Der Anwalt und seine Kanzlei

Seit vielen Jahren kommt es in Deutschland immer mehr zu Rechtsstreitigkeiten. Bei der Komplexität dieser Streite ist es nicht verwunderlich, dass zur Klärung Anwälte eingeschaltet werden. Immerhin ist die Tatsache, dass das deutsche Recht eines der komplexesten seiner Art ist, nicht gerade dazu angetan, dieses Thema einem Laien zu überlassen.

Anwaltskanzleien gibt es dabei inzwischen viele. In jeder Kleinstadt finden sich ein oder mehrere Anwälte, oftmals in sogenannten Bürogemeinschaften zusammengeschlossen. Die Größe dieser Kanzleien beträgt dabei meistens zwischen zwei bis fünf Anwälten. Als Großkanzlei werden Kanzleien erst dann benannt, wenn sie mehr als zehn zugelassene Rechtsanwälte beinhalten.
Mit Anwaltskanzlei zum Recht kommen ist bei der Fülle an verfügbaren Kanzleien einfach. Die niedergelassenen Anwälte sind dabei in den sogenannten Rechtsanwaltskammern organisiert. Diese Kammern bestehen überall dort, wo auch Oberlandesgerichte ihren Sitz haben. Eine Ausnahme bildet nur Potsdam, wo zwar eine Rechtsanwaltskammer existiert, aber nie ein Oberlandesgericht seinen Sitz hatte.
In den Kammern sind jeweils die örtlich tätigen Rechtsanwälte organisiert. Diese Kammern sind Teil der sogenannten mittelbaren Staatsverwaltung. So wurden sie zwar per Gesetz geschaffen, werden aber nicht direkt vom Staat kontrolliert, sondern nehmen lediglich die ihnen vom Gesetzgeber übertragenen Aufgaben wahr. Dazu gehören unter Anderem die Kontrolle der unterstellten Rechtsanwälte auf ordentliche Berufsausübung, sowie die Vermittlung bei Streitigkeiten.